Brainlab skaliert die Digitalisierung der Chirurgie mit neuer B2B-Plattform Snke OS

Beschleunigte Softwareentwicklung für die gesamte Medizintechnik-Industrie durch Zugang zu einem universellen und funktionsstarken Betriebssystem für den OP

München, 25. Juni 2020Brainlab, Marktführer für Produkte in der digitalen Chirurgie, startet mit rund 65 bestehenden Mitarbeitern und 100 zusätzlichen Stellen das Tochterunternehmen Snke OS. Am neuen Standort in München-Bogenhausen entsteht ab sofort die erste Digitalplattform für die Chirurgie, welche auf Basis der bestehenden Brainlab Software weiterentwickelt und einem erweiterten Geschäftskundenkreis angeboten wird. Das mit einem Gesamtaufwand von mehr als 500 Millionen Euro in den letzten 30 Jahren von Brainlab entwickelte Software Framework, das in spezifischen, hochkomplexen Bereichen wie der Neurochirurgie als Benchmark für Digitalisierung im OP etabliert ist, wird so in seiner gesamten Funktionsvielfalt für einen breiten klinischen Anwendungsbereich erschlossen.

Statt eigene Entwicklungen zu initiieren und dabei mit Grundfunktionalitäten zu starten, können existierende Brainlab Partner, aber auch Mitbewerber, Start-ups sowie Großunternehmen der Pharma- und Medizintechnikindustrie, auf die Technologie und offenen Schnittstellen von Snke OS aufsetzen und schneller, effizienter und kostengünstiger den OP digital durchdringen.

Patientenspezifisches Modell für präzise Eingriffe und optimierte Behandlungsmethoden

Die Plattform bündelt auf einzigartige Weise sehr komplexe Technologien: Ein universelles statistisches Patientenmodell wird mit der individuellen, aus zahlreichen diagnostischen Bilddaten aggregierten Anatomie sehr präzise gekoppelt und erzeugt somit einen digitalen Repräsentanten jedes Patienten. Dieser wird während einer Operation fortwährend in Bezug gesetzt zu den präzise erfassten Interaktionen der eingesetzten Instrumente und ermöglicht so eine genaue Navigation und Vermessung des Eingriffs.

Die Anatomie wird zudem mit Videodaten verknüpft, um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) zusätzliche Workflow-Informationen zu extrahieren, den Verlauf zu dokumentieren und das patientenspezifische Modell dynamisch aktualisieren zu können. Die dabei gewonnenen statistischen Daten fließen wiederum an das universelle Patientenmodell zurück und dienen als zentrale Wissensbasis für die Erforschung besserer Behandlungsmethoden.

Mit offenen Schnittstellen Möglichkeiten der Digitalisierung effektiver ausschöpfen

Die offenen Schnittstellen von Snke OS ermöglichen anderen Medizintechnik-Unternehmen, eigene Lösungen im Bereich Imaging, Navigation, Robotik, Cloud Computing, KI sowie Mixed Reality zu einem Gesamtsystem zu integrieren und die Möglichkeiten der Digitalisierung effektiver auszuschöpfen. Dadurch eröffnen sich attraktive neue Perspektiven in anderen Fachrichtungen, wie Herz-, Leber- und Gefäßchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Wirbelsäulenchirurgie, HNO sowie der Onkologie.

„Chirurgische Eingriffe sind immer noch sehr analog“, erklärt Stefan Vilsmeier, Vorstandsvorsitzender von Brainlab. „Mit aus tiefer Digitalisierung gewonnenen Daten lassen sich Effizienzdefizite analysieren und die Behandlung individuell für jeden Patienten optimieren.“ Chirurgische Interventionen gelten in Krankenhäusern als wesentlicher Werttreiber mit erheblichem Digitalisierungspotenzial. Die aktuelle Corona-Pandemie hat die Digitalisierung im Gesundheitsbereich noch deutlich beschleunigt.

Andreas Giese, Geschäftsführer von Snke OS, erläutert den Hintergrund zum Start des neuen Tochterunternehmens: „Die räumliche und organisatorische Trennung von Brainlab wurde gewählt, um losgelöst von den bisherigen, sehr spezifischen Anwendungsfeldern die dynamische Weiterentwicklung unserer Softwarearchitektur zu triggern und so ein noch viel breiteres Spektrum an klinischen Herausforderungen mit universellen Funktionalitäten zu unterstützen. Dazu brauchen wir neue Talente, insbesondere im KI-Umfeld.“ München gilt als eines der führenden internationalen Zentren in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Datenanalyse. Deshalb entstehen die neuen zukunftsweisenden Arbeitsplätze von Snke OS in erster Linie am Hauptsitz, ergänzt um Teams in Tel Aviv und San Diego.

Die offizielle Eröffnung des Standorts fand heute mit Judith Gerlach, Bayerische Staatsministerin für Digitales, statt.

 

Das Brainlab Tochterunternehmen Snke OS GmbH iG mit Hauptsitz in München startet mit einer neuen Digitalplattform für die Chirurgie (Quelle: Snke OS)

 

Stefan Vilsmeier Snke OS
Stefan Vilsmeier, Vorstandsvorsitzender der Brainlab AG (Quelle: Brainlab)

 

Andreas Giese Snke OS
Andreas Giese, Geschäftsführer der Snke OS GmbH iG (Quelle: Snke OS)

Über Brainlab

Das in München ansässige Unternehmen Brainlab entwickelt, produziert und vertreibt softwaregestützte Medizintechnologie und ermöglicht somit eine fortschrittliche, minimal-invasive Patientenbehandlung.

Die Kernprodukte umfassen informationsgesteuerte Chirurgie, Radiochirurgie,
Präzisionsstrahlentherapie, digitale OP-Integration und Informations- und Wissensaustausch. Mit Brainlab Technologie lassen sich Behandlungen in der Radiochirurgie und Radiotherapie sowie in zahlreichen anderen chirurgischen Fachdisziplinen, wie Neurochirurgie, HNO, MKG und Wirbelsäulen- und Trauma- Chirurgie optimieren.

Das 1989 in München gegründete, private Unternehmen hat bereits ca. 13.300 Systeme in 116 Ländern installiert. Brainlab beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter in 19 Niederlassungen weltweit. Etwa 430 davon sind Forschungs- und Entwicklungsingenieure und wesentlicher Teil des Produktentwicklungsteams.

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